Wir, all diejenigen, die überzeugt sind, dass es einen fundamentalen Wandel der allgemeinen Lebensweise braucht, um das Wüten der Dunklen auf dieser Erde zu beenden, wir alle haben geredet, diskutiert und analysiert. Jahrelang. Wir haben herausgefunden, erkannt und beleuchtet, was es bräuchte – für eine bessere Welt, ein besseres Miteinander, für Frieden unter den Menschen. Wir haben an uns selbst gearbeitet, haben uns mitgeteilt, unser Befinden geäußert, unsere Wunden berührt und Seelenschmerzen aufgedeckt. Missverständnisse sind oftmals daraus erwachsen, Streit entfachte, Trigger und Trauma reichten sich unzählige Male die Klinke in die Hand.
Es hat Kraft und Energie geraubt.
Wir sind müde geworden von all den Hindernissen und Blockaden, die uns die Wege zueinander zu versperren scheinen, haben die kleinen Türen in der Mauer nicht entdeckt. Wir suchten Brücken und fanden scheinbar unüberwindliche Gräben, stießen auf Erlebnisse, die uns an die Grenzen des Verzeihens und unserer Vergebung führten. Unsere Träume von einem angenehmen Zusammenwirken wurden enttäuscht und vereitelt. Und mit jedem Ereignis dieser Art verwelkte ein bisschen Hoffnung in uns. Zum Verzweifeln war es nicht selten. Wie schwer es doch ist, Gemeinschaft zu werden, gemeinschaftlich zu wirken und an einem Strang zu ziehen. An jenem Strang, der uns aus unseren Einsamkeiten und Traurigkeiten hinein in den Raum der Freude leitet.
Lassen wir Worte ruhen.
Die Sprache, die vermag, unsere Seelen zusammenzuführen, ist die Musik, zu der wir tanzen, die uns zum Tanzen provoziert, die uns in Bewegung bringt. Lasst uns musizieren und tanzen, um Ruhe in unsere Köpfe und Licht in unsere Herzen zu bringen. Der Kopf muss still werden. Schweigen sollen Ideologien und Zweifel. Lasst uns einen gemeinsamen Takt finden, unsere Schwingungen harmonisieren, lasst uns aufeinander hören und auf einen Klang einschwingen. Das bringt Nähe, Vertrauen und Verbindung. Und die brauchen wir in dieser Zeit. Der Umbruch ist in vollem Gange. Nehmen wir uns die Freiheit, einen Lebensraum miteinander zu gestalten, der uns trägt, nährt, stärkt und entfalten lässt.
Denn: Worin wir uns wirklich gemeinsam finden können, ist das Tun. Das Miteinander Tun. Nicht irgendetwas, sondern das konkrete, konstruktive und kreative Gestalten eines solchen Lebensraum des Wandels. Jeder und jede tut das bereits für sich und manche schon sehr lange. Hausaufgaben. Wahrhaftige Freude flammt auf, wenn wir über uns hinaus ins Miteinander-Sein kommen, mit anderen Menschen gemeinsam diesen Lebensraum erschaffen. Lebenslust und Schöpferkraft blühen auf, sobald wir einander ergänzen, uns durch Gemeinschaft erweitern, uns Dinge, Umstände und Gelegenheiten ermöglichen, die man allein nicht vermag.
Wo das geschieht, entsteht eine Oase der Hoffnung, eine Wandeloase. Das Wirken für die Wandeloase schenkt einen höheren Sinn im Leben, lässt kollektive Aufgaben erkennen, die wir für das große Ganze erfüllen können.
Das ist der Hintergrund der Bemühungen und Bestrebungen, der Impuls, weshalb wir sagen: Tanz Dich! Tanz Deine Geschichte, wie die Indianer sagen, um Dich von der Vergangenheit zu lösen und das Alte abzuschütteln. Und dann finden wir uns auf dem „Tribe-Market“ zusammen, auf dem wir sichtbar werden und zusammen den kollektiven Teppich weben, der uns durch den Alltag tragen kann.


