Forschende im Wandel-Land

Wir träumen von einer friedlicheren und naturfreundlicheren Welt. Wie so einige andere auch. Also ich meine, so aus tiefster Seele, was die Sehnsucht nach und das Wirken für diese Vision unausweichlich und unvermeidbar macht. Wir erforschen den schmalen Pfad, der durch die Fakten der Realität, den dunklen Tunnel von Leid und Schmerz in ein Land des Friedens, ins wahre Zuhause führt.

Wir sind Träumer, wir sind Reisende, wir sind Forschende.

Wir reisen durch die Welten der Menschen, sind auf dem Pfad zum Wandel-Land, das in den Träumen der Welt existiert. Wir reisen durch Cliquen, Szenen, Kulturen. In der Hoffnung, etwas zu finden, was wir selbst nicht wirklich kennen. Wir wissen nur wie es sich anfühlen muss, was in uns berührt werden will. Wir begegnen auf diesem Pfad durch eine unbekannte Wildnis weißen Wölfen und schwarzen Wölfen. Jeder ist schön und reizvoll. Wir hören die Stimmen unseres inneren Parlaments debattieren. Jede hat seine Berechtigung. Wen will ich nähren?

Es ist ein uns allen unbekanntes Land. Ahnungen und Hoffnungen treiben uns voran. Jeden Tag lernen wir aus Begegnungen und Erlebnissen. Wir hören zu. Erforschen, was die Menschen verbindet, was sie, trotz oder wegen all ihrer Unterschiedlichkeiten, miteinander gemeinsam haben, zueinander führt.

Wir sind Forschende. Sitzen oftmals zusammen und betrachten und analysieren wie Missverständnisse und Zwietracht entstehen. Wie gehen wir mit Verletzungen um? Wie lassen sie sich vermeiden und wie schaffen wir es, nicht aus dem Affekt heraus zu vergelten?

Wir ergründen Intentionen und entschlüsseln Absichten, die im Subtext des reichlich Schöngeredeten unterschwellig mitschwingen und unbewusst als Botschaft in unsere Köpfe transportiert werden.

Wir beleuchten die wahren Bedarfe, aus denen heraus Menschen sich verhalten, benehmen und handeln. Eine Flut von Vermutungen bricht über einen herein, wenn nicht offen darüber geredet werden kann. Nicht selten handelt man sich Ärger ein, wenn man aus Neugier und Interesse unter die Oberfläche taucht. Eines wissen wir: Dass am Anfang von Gemeinschaft diese Klärung stattfinden muss. Sonst geht jeder und jede in eine andere Richtung, verfolgt andere Ziele.

Im Dickicht des Sozialen Trainings

In Jamilanda bezeichnet man die reale Feldforschung und -arbeit als Soziales Training. Darin wird das wohlwollende, friedfertige und kooperative Miteinander innerhalb einer Beziehung oder Gemeinschaft (und darüber hinaus) trainiert. Es basiert auf Grundsätzen der gewaltfreien und wertschätzenden Kommunikation und wird dort bereits in der Projektschule gelehrt.

Kein leichtes Feld. Ein Minenfeld in diesem Gesellschaftssystem, denn es gilt, Gewohnheiten und Paradigmen, Narrative und Vorurteile aufzulösen. Zuvor muss man sie allerdings erst einmal erkennen (wollen, können). Wo könnte das besser und wahrhaftiger gehen, als in einer Partnerschaft und Liebesbeziehung? Das sind sozusagen die täglichen Hausaufgaben, die ohne großes Aufhebens erledigt werden sollten. Selbsterkenntnis sammeln. Je besser ich mich und meine Schatten kenne, desto besser kann ich anderen mitfühlend begegnen.

Wir haben etliche Inspirationen aufgestöbert und experimentieren. Wollen den Frieden an und in uns selbst verwirklichen. Den dunklen Krieg der Geschlechter überwinden und zu einer Kraft synthetisieren. In Symbiose gehen. Potentiale verschmelzen. Das ist wahrhaftig nicht leicht. Verlangt Ehrlichkeit zu sich selbst. Erfordert Innehalten. Denn: Schnell macht man sich etwas vor, wenn man das Errungene nicht in der Beziehung zu Eltern, Familie, Freunden und Partnern auf einen Prüfstand stellt. Dort kristallisiert sich wie weit wir auf unserem Weg der Liebe und des Friedens vorangekommen sind. Wir wollen uns nichts vormachen. Deswegen machen wir es uns nicht leicht. Wollen als Forschende die Essenz, die Quelle finden. Mühen uns, die Spirale der Gewalt, die zwischen Menschen und Generationen seit Ahnen rotiert, zu durchbrechen, zu stoppen, zu transformieren.

Schritte sind oft klein und erscheinen unbedeutend.

Eine winzige Veränderung des Blickwinkels kann Großes bewirken. Dazu bedarf es des selbst gefassten Entschlusses, die Dinge über sein Ich hinaus zu betrachten. Doch das Ego ist trickreich. Wir dürfen es nicht zum König machen, sondern müssen lernen, es als Werkzeug zu gebrauchen. Wagenlenker ist die Vision. Das muss trainiert werden, wenn es Beständigkeit haben soll.

Immer wieder wirft es einen zurück, um blinde Flecken zu entdecken, die einen hindern und blockieren. Augenblicke der Wahrhaftigkeit. Der Weg ist ein langer. Auch wir sind längst noch nicht angekommen. Die Lebensweise Jamilandas ist auch für uns eine tägliche Herausforderung. Die Vision muss sich an der Realität beweisen lassen. Besonders, wenn man in einer Liebesbeziehung lebt. Die Liebe entlarvt das wahre Wesen, lässt die Trennung spüren, die zwischen ihm und unserem täglichen Verhalten und Sein besteht.

Wir forschen unermüdlich weiter, wie wir in das Land unserer Seelenträume gelangen können. Liebstens gemeinsam mit anderen Menschen. Anderen Forschenden, die demütig und behutsam dieses neue Land bereisen. Das Wandel-Land.

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