Bei Frost und Schnee verkrümelt sich der Schriftsteller in sein Studierzimmer. Zeit, am Märchenbuch weiterzuschreiben. Ursprünglich bekam ich den Auftrag: Ein Kinderbuch zu schreiben, das in seiner Botschaft pädagogisch wertvoll sein soll. Aus diesem Skript werde ein Hörbuch produziert. Fein, sagte ich, Märchen schreiben ist eine meiner Kernkompetenzen. Ich lass mir etwas einfallen und legte los.
In jungen Jahren schrieb ich an einem Märchenepos. Erkenntnisse und Erlebnisse, die ich mit Aufbruch auf den spirituellen Pfad machte, gestalteten Figuren und Länder der Märchenwelt. Damals studierten und experimentierten wir, eine wissbegierige Clique, was der dünngesäte Markt bezüglich Esoterik, Spiritualität und Mystik hergab. Das war nicht viel und meist verklärt oder mysteriös.
Stapelweise Bücher wurden gelesen. Die waren nicht so leicht zu bekommen wie man das heute gewohnt ist. Versteckte Buchhandlungen gab es und in denen wiederum Regale in der allerletzten Ecke, wo man fündig wurde. Man nannte das damals „Geheimwissen“. Ein für die meisten Menschen unbekannter Kontinent, den es für uns zu entdecken galt. Im Selbstversuch oftmals. Ein intensives, autodidaktisches Studium über Jahre. Darin erkannte ich nebenbei, dass sich die unterschiedlichen Disziplinen im Kern glichen und zum selben Ziel strebten. Dogmatismus und Ideologie hingegen versuchen diese essentielle Wahrheit für sich zu verbuchen und für eigennützige Zwecke zu instrumentalisieren.
Ich bereiste in Büchern allerlei Welten: Spirituelle und mystische Lehren, Schulen und Disziplinen. Um das Wissen im Geiste zu sortieren, begann ich diesen Märchenepos zu schreiben und auf Landkarten zu malen. Ein Märchen mit Magie und schillernden Wesen, die Dinge vermögen, an die niemand glaubt.
Jedoch: Diese Welt, neben, hinter und unter der erdachten Wirklichkeit unseres täglichen Alltags, gibt es wirklich. Es ist an der Zeit, das Menschen diesen Zugang wiederfinden, den ihnen die Verindustrialisierung mehr und mehr genommen hat. Dieser Impuls war treibende Kraft in der Szene. Die Gesellschaft braucht diese Rückverbindung, um die Zerstörung der Natur, die mit der Versklavung des Menschen zum Konsumtier einhergeht, aufzuhalten und zu heilen.
Seit jeher wurde sogenanntes „Geheimwissen“ durch Märchen und Legenden vermittelt. Offen darüber reden war über Jahrhunderte verboten, geächtet und gefährlich. Diese geistige Inquisition wirkt bis in die heutige Zeit. Wie könnte man Lesenden aus einer verkopften und verstrahlten Welt das alte Wissen besser vermitteln als mit Märchen? Im Märchen ist alles möglich. Es muss weder rational noch logisch sein. Das Märchen ist frei und voller Fantasie. Menschen lieben das. Kinder lieben es. Märchen durchbrechen die Grenzen des Denk- und Machbaren.
In meinem Märchenepos sind viele spirituelle und transzendentale Möglichkeiten sichtbar geworden: In Ländern, Landschaften, Völkern und mythischen Wesen, Archetypen des Seins sind zu Gestalten erwacht. Ein Bilderbuch der Seele der Menschheit wuchs heran, wurde zu einer erlebbaren Welt, in der allerlei Wesen das Innenleben der Menschen sichtbar werden lassen.
Das neue Märchenbuch hat bei weitem nicht den Umfang. Bis jetzt nicht. Im Kern wird jungen Menschen das „indigene Bewusstsein“ nähergebracht, denn das werden sie brauchen, um ihre Zukunft in einer intakten Natur und Schöpfung gestalten zu können. Wer könnte ihnen das besser vermitteln, als das „Kleine Volk“?
Wenn alles rund läuft, wird das Werk im Herbst erst einmal als illustriertes Lesebuch erscheinen und hoffentlich viele Kinderherzen, und auch Erwachsenenherzen, berühren und bewegen. Anschließend wird ein Hörbuch produziert werden.
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